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Wanderschuhe richtig schnüren

Gute Wanderschuhe sind das A und O beim Wandern. Sie müssen passen, was heißt, dass man auch beim Bergabsteigen nicht vorne anstoßen sollte und die Schuhe nicht scheuern, reiben oder drücken dürfen. Wanderschuhe sollten daher sorgfältig ausgewählt werden, wobei man genau auf die Passform achten muss. Wanderschuhe dürfen ruhig eine Nummer größer ausfallen als Ihre normalen Straßenschuhe. Probieren Sie auf jeden Fall mehrere Modelle an, um vergleichen zu können. Am besten verlegen Sie die Anprobe in die Nachmittags- oder Abendstunden, denn dann sind die Füße meist etwas größer als morgens. Lassen Sie sich Zeit bei der Anprobe und vertagen Sie die Entscheidung ruhig, wenn Sie sich nicht sicher sind. Doch nicht nur die Passform ist entscheidend. Wussten Sie, dass man durch die richtige Schnürung eine Menge ausgleichen kann?

Wanderschuhe richtig schnüren

Schuhe zubinden? Das kann doch jedes Grundschulkind! Das ist wahr, doch bei Wanderschuhen ist die richtige Schnürtechnik häufig entscheidend darüber, ob man eine Wanderung schmerzfrei übersteht oder ob man sich mit Blasen und Druckstellen herumärgern muss. Daher sollten Sie sich doch noch einmal eingehend mit den verschiedenen Schnür-Techniken auseinandersetzen.
Abgesehen von der Bindetechnik sollten Sie stets darauf achten, dass die Lasche immer schön mittig bleibt. Hier kann sie ihren Zweck erfüllen und den Fuß vor Druckstellen bewahren. Rutscht sie jedoch auf die Seite, kann sie selbst zu Blasen oder Scheuerstellen führen.

Lässig oder eng?

Häufig schnürt man seine Schuhe vor dem Losgehen schön fest zu. Und wundert sich, dass die Schnürung nach einer Stunde Laufen plötzlich ganz weit ist. Durch die Körperwärme dehnt sich der Schuh und wird weicher, somit wird auch der Sitz gelockert. Daher ist ein Nachschnüren zu diesem Zeitpunkt sinnvoll.
Ob Sie die Schuhe lieber lockerer binden oder gerne fest sitzen haben, ist Geschmackssache. Doch es kann sinnvoll sein, die Schnürung den jeweiligen Anforderungen des Geländes anzupassen.

Bei leichteren Touren ist es angenehm, die Schuhe nicht so fest zu binden. So kommt mehr Luft an den Fuß und es läuft sich schlicht bequemer. Da die Füße mehr Bewegungsfreiraum haben, kann es allerdings auch leichter zu Scheuerstellen kommen.
Bei anspruchsvolleren Wanderungen sollten die Wanderschuhe jedoch lieber fest geschnürt werden. Denn nur so erfüllt der Schuh den Zweck, den Fuß und Knöchel zu stützen und vor dem Umknicken zu bewahren. Im Sommer kann es so natürlich relativ warm am Fuß werden. Wenn das zu unangenehm wird, sollten Sie eine Pause machen und – wenn möglich – die Schuhe sogar mal ganz ausziehen. Die Möglichkeit zu einem Fußbad in einem kühlen Bergbach oder See sollte unbedingt wahrgenommen werden. Danach geht es dann schon wieder viel besser.

Es gibt auch eine Kompromiss-Lösung: Hat der Wanderschuh eine Feststellöse, kann man den Schuh in zwei verschiedenen Zonen binden. Bergauf ist es empfehlenswert, den unteren Teil fester zu schnüren und den Schaft etwas lockerer zu lassen. Bergab ist es besser, auch den Schaft straff zu schnüren, damit der Fuß nicht im Schuh nach vorne rutschen kann.

Was ist der Fersenschlupf?

Als Fersenschlupf bezeichnen geübte Wanderer die Situation, wenn die Ferse nicht gut im Schuh fixiert ist und man bei jedem Schritt rausschlupft. Dies führt ganz schnell zu Blasen und ist daher äußerst unangenehm.

Es gibt jedoch eine Möglichkeit durch die richtige Schnürung dem Fersenschlupf entgegen zu wirken. Der Wanderschuh muss dafür jedoch über Tiefzughaken verfügen. Denn die Schnürsenkel werden durch die beiden Zughaken gefädelt, jedoch ohne sie zu überkreuzen. Dann wird das gegenüberliegende Ende durch den Schnürsenkel geführt, der die Zughaken miteinander verbindet. Wenn man nun an den Schnürsenkeln zieht, wird der Fuß automatisch tief in den Schuh gedrückt und besser fixiert. Ein Hin- und Herrutschen wird so vermieden.

Einen ähnlichen Trick gibt es auch, wenn der Schuh am Spann zu sehr drückt. Einfach den Schnürsenkel durch zwei, auf der gleichen Seite liegenden, Ösen fädeln. Erst danach wird dann auf der gegenüberliegenden Seite wieder gekreuzt. Dadurch lässt der Schnürsenkel ein kleines Stückchen aus und der Schuh sitzt am Spann weniger fest.

Tipps gegen Blasen und Scheuerstellen

Nichts kann einem eine Wanderung mehr verderben als brennende Blasen und offene Scheuerstellen. Ein passender Schuh und die richtige Schnürung können dem schon viel entgegensetzen. Doch auch die richtigen Wandersocken können helfen, schmerzende Stellen zu vermeiden. Einige Wanderer schwören darauf, unter die Wandersocken noch dünne Baumwoll- oder Nylonstrümpfe zu ziehen. Ein Versuch ist es auf jeden Fall wert.
Es gibt auch spezielle Gelaufkleber, die man an die reibenden Stellen im Schuh kleben kann. Sollte es doch mal zu Blasen gekommen sein, helfen am besten Blasenpflaster. Sie sollten bei jeder Wanderung im Erste-Hilfe-Päckchen sein.


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